Kultur - Pickhardshammer

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KULTUR- UND BAUDENKMAL

PICKHARDSHAMMER ORPETHAL

Regional- und wirtschaftshistorische Bedeutung

Das im Jahr 1692 errichtete Fachwerkgebäude gehört zum Komplex des Pickhardshammer, dessen Existenz bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgt werden kann. Als Graf Wolrad zu Waldeck 1625 den Brüdern Meineken und Gert Pickardt den Hammer zu Lehen gab, hatte deren Familie diesen Betrieb bereits in mehreren Generationen betrieben. Davor war er schon unter dem Namen Rampottscher Hammer bekannt

Der Pickhardshammer ist eines der schönsten noch verbliebenen Zeugnisse des Waldeckischen Eisen- und Hüttenwesen, das im 17. Und 18. Jahrhundert seine Blütezeit erlebte und überregionale Bedeutung erlangte. Gerade das Gebiet der jetrzigen Diemelstadt kann ohne Zweifel als einer der Schwerpunkte von Metallverhüttung und -verarbeitung im ehemals gräflichen Waldeck bezeichnet werden. Diese gewiß auch wirtschaftliche Bedeutung ist daraus zu ersehen, daß von der in der Grafschaft im 18. Jahrhundert erwähnten 42 betrieben sich allein 13 an der Orpe im Orpethal und in Wrexen befanden2. Hinzu kamen noch einige Hütten und Hammerwerke zwischenRhoden und Wrexen (z. B. Huxmühle, wo zeitweise Kupfer geschmolzen wurde)3. Verarbeitet wurden die im Landegeförderten erze, vor allem aus den Adorfer Gruben; aus den heimischen Wäldern kamdie Holzkohle. Die Halb- und Fertigprodukte, unter letzteren vor allem kunstvolle gegossenen Ofenplatten, später auch Geschütze, wurden nicht nur im eigenenm Landeverkauft, sondern auch in das benachbarte "Ausland" sowie den norddeutschen raum "an Bremen vorbei" geliefert 4.

Die meisten Hütten und Hämmer wurden spätestens im 19 Jahrhundert still-gelegt; teilweise wurden sie einer anderen Nutzung zugeführt, nicht selten jedoch dem Verfall preisgegeben. Oft erinnern nur noch Straßen- oder Flurnamenan an die ehemalige wirtschaftliche Funktion dieser Orte. Die Hammerschmiede auf dem Pickhardshammer wurde 1850 stillgelegt und in ein Sägewerk umgewandelt.

Zu den Familien, die über viele Generationen hinweg Hütten und Hammerwerke betrieben und hierfür seitens der Grafen und späteren Fürsten zu Waldeck durch Privilegien ausgestattet wurden, gehörten neben den schon erwähnten Pickardts,

die Sudens, Steckers (Stryck?) und Runte(n)s5. Die Vorfahren des jetzigen Eigentümers vom Pickharshammer, Wilhelm Runte, waren spätestens seit Beginn des 19. Jahrhunderts auf diesem Anwesen tätig.



 
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